«SwissTrolley plus»

17.01.2017

Der «SwissTrolley plus» ist ein vom Bundesamt für Energie (BFE) unterstütztes Leuchtturmprojekt in der Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule für die Realisierung eines reinen Elektromobilitätsfahrzeugs aus Schweizer Produktion mit nachhaltigen Komponenten und Steuerungen.

Der «SwissTrolley plus» startet in den nächsten Wochen seinen Testbetrieb vorerst ohne Fahrgäste auf unterschiedlichen Linien im Netz der Verkehrsbetriebe Zürich. Nach erfolgreicher Testphase ist der Einsatz mit Fahrgästen geplant.

Herausforderungen

Da dem Trolleybus durch den elektrischen Antrieb über eine Oberleitung oder Traktionsbatterie neue Optionen zur Verfügung stehen, werden im Rahmen dieses Projektes Steuerungs- und Regelungsmöglichkeiten für Energieflüsse für ein kluges Energiemanagement innerhalb des Bussystems erarbeitet. Hierbei muss das Energiemanagementsystem des Busses jederzeit sicherstellen, dass die Batterie auch für Strecken ohne Oberleitung jederzeit ausreichende Energie bereithält. Besonders wichtig dabei ist die Berücksichtigung von Streckenabschnitten mit überdurchschnittlich hohem oder niedrigem Leistungsbedarf, wie beispielsweise einem besonders hohen bzw. niedrigen Strassengefälle. Die Lebensdauer der Batterie spielt für den Trolleybus eine entscheidende Rolle, da die Busse üblicherweise für eine Lebensdauer von mehr als 15 Jahren ausgelegt sind. Das Ziel ist es deshalb, die Traktionsbatterie so schonend wie möglich zu betreiben und eine Lebensdauer von mehr als zehn Jahren zu ermöglichen, um über die Lebenszeit des Busses die Batterie nur ein einziges Mal wechseln zu müssen.


Quelle: Hr. Andreas Ritter, ETH Zürich


Aktivitäten am BFH-CSEM-Zentrum Energiespeicherung

Um die maximal mögliche Lebensdauer der Traktionsbatterie zu erreichen, führt das BFH-CSEM-Zentrum Energiespeicherung Recherchearbeiten zu derzeitig langlebigsten Batterietechnologien durch. Dabei werden Severity Factors, auch Gewichtungsfaktoren genannt, entwickelt, um den Einfluss unterschiedlicher Parameter auf die Verkürzung der Lebensdauer der Batterie zu bestimmen und das Energiemanagementsystem, welches von der ETH Zürich entwickelt wird, entsprechend auslegen zu lassen. Weiterhin entwickelt das Zentrum ein Offline-Batterie-Alterungsmodell, auch State of Health-Algorithmus (SOH) genannt, welches insbesondere für die Dimensionierung der Batterie unter vorgegebenen Belastungsprofilen und Nutzungsparametern benötigt wird, um eine zuvor festgelegte Lebenserwartung zu erfüllen. Dadurch wird u.a. der Kosten-Nutzen Faktor von Batterie-Trolleybussen für bestimmte Strecken unter Vorgabe vordefinierter Streckenprofile errechnet. Bei der Umsetzung beider Aktivitäten werden am BFH-CSEM-Zentrum Energiespeicherung sowohl kurzfristige Leistungsänderungen der Batteriezelle bei diversen Einflussfaktoren untersucht, als auch Langzeittests durchgeführt.

Ganze Medienmitteilung «SwissTrolley plus» | Verkehrsbetriebe Zürich 17.01.2017
Weitere Informationen | swisstrolleyplus.ch
BFH-CSEM-Zentrum Energiespeicherung | BFH