Industrial Internet of Things

07.02.2017

"Wie können Informationen aus der Automatisierungswelt einer Anwendung in einer Cloud mit kontrollierten Sicherheitsrisiken zur Verfügung gestellt werden?" Diese und mehr Fragen werden im Hilscher IIoT Workshop unter Leitung von Prof. Max Felser beantwortet.

Nach den Schweizer Strategietagen in Zürich erhalten Sie in diesem Interview mit Prof. Felser Einblick über die Lehrinhalte des Workshops und aktuelle Fragestellungen des Industrial Internet of Things. Das Interview wurde in Bern, Schweiz von Andreas Läng geführt.

Herr Felser, IoT ist in aller Munde. Swisscom baut in der Schweiz mit LoRa ein ergänzendes Netz für das Internet der Dinge. IoT-Apps für Raspberry Pi und Smartphones werden angepriesen. Werden diese Technologien in der Fabrikautomation Anwendung finden?
Sicher. Die Automatsierungswelt hat in der Vergangenheit immer wieder Technologien aus anderen Gebieten übernommen, wenn die Funktionalität einen Mehrwert darstellt und der Preis stimmt. IoT kann einen Mehrwert bieten und sobald die erwarteten Stückzahlen eintreffen wird auch der Preis stimmen.

Sie bieten IoT / IIoT Lehrgänge an. Sowohl im Unterricht an der Berner Fachhochschule als auch für die Industrie in Form von Workshops. Welche Grundlagen müssen aus Ihrer Sicht zwingend vermittelt werden?
Der Nutzen des IoT ist ja eigentlich, dass es auf bekannten Technologien aufbaut und diese auf eine neue Art nutzt. Datenprotokolle und Low-Power Sensoren sind eigentlich bekannt. Neu für die Automatisierung sind die Begrifflichkeiten wie Cloud oder Big-Data. Ebenso ist es in der Automatisierung noch nicht üblich, der Security das notwendige Gewicht beizumessen.

In Ihren Lehrgängen werden Gateways behandelt die das industrielle Netzwerk wie zB. PROFINET mit Cloud verbinden, sogenannten Edge Gateways. Wie komplex ist der Einsatz solcher Systeme?
Nicht komplexer als der Einsatz von einem üblichen Automatisierungsgerät. Dieser Edge Gateway ist wie ein zusätzliches Gerät in einem PROFINET System. Interessant wird es aber besonders, wenn dieser Edge Gateway wie ein Busmonitor passiv auf dem PROFINET mithören kann. Damit wird es möglich ohne Anpassungen an einer bestehenden Konfiguration fast passiv mit zu hören und diese Prozesswerte für eine erweitere Auswertung in die Cloud zu kopieren, wo man mit geeigneten Analysemittel den bestehenden Prozess Überwachen und eventuelle Schwachstellen optimieren kann.

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Prof. Max Felser
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