Energiewende | Fakten & Thesen

08.05.2017

Auf Einladung der Genossenschaft Spiez Solar sprachen Fachleute vor einem grossen Publikum über die Energiewende. Im Fokus standen die Klimaerwärmung und die Sonnenenergie.

Sieben Referenten stellten im mit rund 400 Personen sehr gut besetzten Lötschbergsaal Fakten und Thesen zur Energiewende vor. Es begann global: Markus Stoffel, Professor für Umweltwissenschaft an der Uni Genf, sprach über den Klimawandel. Die Temperatur könnte in den nächsten hundert Jahren um fünf Grad steigen. Dies wegen des massiv angestiegenen Kohlstoffdioxids (CO2) in der Atmosphäre. Der Walliser Markus Stoffel stellte konkrete Folgen vor: ein paar mickrige Eisfelder namens Aletschgletscher und ein im Sommer trockenes Flussbett der Rhone.
Verursachen das tatsächlich die Menschen? Stefan Geissbühler, Chefredaktor des «Thuner Tagblatts» und des «Berner Oberländers», übernahm als Moderator die Rolle der Skeptiker. «Tatsächlich beeinflussen auch viele natürliche und sehr komplexe Faktoren das Klima», sagte Stoffel. Die Wissenschafter seien heute in der Lage, den CO2-Anteil zu messen, der durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern verursacht wird.
Zu Beginn der Industrialisierung 1850 lag er bei 280 Millionsteln (ppm), dann stieg er in einer ab 1950 immer steiler werdenden Kurve auf 400 ppm an. Was nützt da die Schweizer Energiewende? «Wir sollten mit gutem Beispiel vorangehen», fand der Professor.

Solar-Optimisten

Urs Muntwyler, seit Jahrzehnten Sonnenenergiepionier und Professor an der Berner Fachhochschule, sagte: «Wir müssen einfach dort hinstehen, wo die Energie am einfachsten kommt.» Und das sei die Sonne. Eine schädliche Stromlücke sieht er nicht, denn man könne viele Kraftwerke ­bauen. «Sehr viele Leute haben ja ein Hausdach», sagte er. Stefan Geissbühler wies auf die befürchteten hohen Kosten für die Energiebezüger hin. Urs Muntwiler zeigte anhand einer Aufstellung, zu der auch der Einbezug von Autos gehört, dass sich sogar Geld sparen lasse. Der Unternehmer Josef Jenni, auch er ein mehrfach ausgezeichneter Sonnenenergiepionier, setzt mehr auf Wärmeproduktion, mit grossen Speichern auch in Mehrfamilienhäusern, was er anhand von Beispielen im In- und Ausland vorstellte. Für ihn hat die Sonnenenergie schon ein Problem, weil sie hauptsächlich im Sommer anfällt. Eine gute Ergänzung sei die Holzenergie.

Quelle: ganzer Artikel | Berner Oberländer 05. Mai 2017

Kontakt

Urs Muntwyler

Leitung Labor für Photovoltaiksysteme
Professor für Photovoltaik
T +41 34 426 68 37
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Institut für Energie- und Mobilitätsforschung IEM

Labor für Photovoltaiksysteme