E-Health | Digitale Transformation

08.05.2017

Die Digitalisierung im Schweizer Gesundheitswesen ist nichts Neues: Sie ist so alt, wie sich Computer in unseren Arbeitsalltag etabliert haben. Und doch hat sich in den letzten Jahren so etwas wie ein Hype entwickelt. Was steckt hinter Schlagwörtern wie eHealth, mHealth, Health 4.0, Big Data und xHealth, die täglich auf uns einwirken?

In der ICT («Information and Communication Technology») hat sich in den letzten Jahren einiges getan. So ist besonders die Hardware, sind die Computer selber, immer kleiner geworden. Viele Geräte haben heute keine Eingabemasken mehr und können alles Mögliche «fühlen»: die Rede ist von Sensoren. Geradezu stürmisch haben sie sich hin zur Miniaturisierung entwickelt und sind die Grundlage für den Erfolg des «Internet of Things» (IoT). Ein Begriff, der von Kevin Ashton 1999 geprägt wurde. Ashton hatte die Idee, dass es hilfreich wäre, wenn Dinge (z.B. ein Lippenstift) über integrierte Computer- und Funkchips anderen Dingen (z.B. einem Regal) mitteilen könnten: «Hey, ich bin der vorletzte Lippenstift hier bei Dir!». Das Regal könnte dann selbstständig darauf reagieren und im Zentrallager rechtzeitig neue Lippenstifte nachbestellen. Damit würden viele manuelle Schritte entfallen. Diese «kleine Idee» beflügelte zunächst die Logistik-Welt. RFID (radio-frequency identification) war plötzlich ein grosses Thema – und scheiterte in vielen Fällen. Die Technik war noch nicht ausgereift, die Sensoren noch nicht klein genug; aber die Idee war geboren und die nächsten zwei Jahrzehnte brachten weitere wichtige Entwicklungen hervor.

Künstliche Intelligenz

Die 1997 von Google entwickelte Suchmaschine wurde zum Inbegriff der Suche im Internet. 2007 stellte Apple das iPhone vor und zeigte, wie einfach man über das Internet kommunizieren kann. Smartphones waren plötzlich für alle Menschen bedienbar und die Apps waren geboren. Nur wenige sahen bereits am Anfang das Potenzial, aber schon bald entstanden hunderttausende von Apps und damit eine neue Welt. Heute befinden sich allein im «App Store» mehr als 2,2 Millionen Apps – LifeStyle- und Gesundheits-Apps ganz vorne mit dabei.
2010 machte «Watson» von IBM Schlagzeilen: erstmals konnte ein Computersystem einen Menschen im Spiel «Jeopardy» schlagen, ein breites Publikum wurde mit neuen Themen wie Big Data und künstliche Intelligenz konfrontiert.
Und wo stehen wir 2017? Sensoren, Big- Data-Analysen und künstliche Intelligenz gepaart mit Robotik erobern die modernen Industriehallen. Hier ist mittlerweile von «Industrie 4.0» die Rede, von der vierten industriellen Revolution: IoT ermöglicht eine immer weitergehende Prozessautomatisation – digitale Transformation! Aber eigentlich beschäftigen wir uns ja mit dem Gesundheitswesen und wir sollten uns deshalb vergegenwärtigen, wie die oben genannten Technologien in unser Umfeld eingeordnet werden können.

Grundvoraussetzung für eHealth

Vernetzung und die damit verbundenen Möglichkeiten des Datenaustausches B2B (Business to Business) aber auch B2C (Leistungserbringer und Patient) bezeichnen wir im Gesundheitswesen als «eHealth». Grundvoraussetzung für eHealth und damit für einen durchgängigen Informationsfluss sind ICT-Systeme, welche die übertragenen Daten inhaltlich korrekt einordnen können, also gewissermassen «die gleiche Sprache sprechen» und semantische interoperabel sind.

ganzer Arikel | Heime und Spitäler Nr. 1 März 2017

Kontakt

Prof. Serge Bignens

Leitung Institute for Medical Informatics I4MI