Zukunftsreisen für ambitionierte Unternehmen

22.01.2018

Denke in die Zukunft, handle in der Gegenwart: Mit dem neuen Ansatz der Zukunftsreise wird die Zukunft in einem Businesskontext erlebbar. Daniel Huber, Leiter Managementprogramme und Martin Steinmann, Prüfungsleiter an der BFH, führen aus, wie die Handlungsoptionen für das eigene Geschäft mit den auf der Reise erzeugten starken Bildern an Klarheit gewinnen. Und wie die anstehenden Arbeiten zugunsten einer erfolgreichen Zukunft dadurch viel zielgerichteter angegangen werden können.

Es gehört zu den Kernbedürfnissen der Unternehmensleiter, die Zukunft und die Bedeutung für ihr Geschäft besser zu verstehen. Längerfristige Auswirkungen sind schwer überblickbar und höchst selten eine Fortsetzung des Bekannten. Eigentlich ist es das Einzige, was wir von der Zukunft wissen: Sie ist anders als die Gegenwart. Sich in den unendlich vielen Möglichkeiten zurechtzufinden, ist heute kaum je das Ergebnis eines systematischen Vorgehens.

Konventionelle Zukunftssicht: Es ist unklar, wie zu handeln ist

Bisher eingesetzte Methoden wie Extrapolation oder Szenariotechnik greifen zu kurz. Wohl gelingt es damit, Tendenzen auszumachen. Aber das Problem, diese in Verbindung zum heutigen Geschäft zu bringen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, bleibt schwierig. Die Zukunft bleibt irgendwo weit weg und die möglichen Pfade sind zahllos und lassen sich mit klassischen Bewertungsansätzen nicht priorisieren. So möchte man sich systematisch mit der Zukunft auseinandersetzen, wenn man denn könnte, und zwar möglichst zielgerichtet, damit man sich rasch wieder den operativen Herausforderungen der Gegenwart widmen kann.

Wie wir alle wissen, ist hinterher alles klarer. Es wäre deshalb praktisch, sich wie mit einer Zukunftsreise in eine kommende Welt zu versetzen und zu erleben, wie diese sich anfühlt, für sich selber, aber auch für die Kunden. Ideal wäre, dabei nicht nur einzelne futuristische Gadgets zu sehen, sondern zu versuchen, den zukünftigen Alltag als Ganzes zu erfassen. Wenn wir dann mit diesem Wissen und dieser Erfahrung zurück in die Gegenwart kämen, könnten wir damit die richtigen Akzente setzen und präzisere Entscheide fällen.

Hier greift der neue Ansatz: Wenn wir uns ein klareres Bild von der Zukunft machen können, wird sofort klarer, was im Jetzt zu tun ist, um sich darauf vorzubereiten. Zudem können wir uns, da die Zukunft ja grundsätzlich offen ist, eine erwünschte Zukunftssituation ausmalen. Diese können wir mit Elementen aus Storytelling, Explorationsarena und ähnlichen Ansätzen greifbar machen. Das Ziel der Übung ist aber nicht einfach, eine möglichst eindrucksvolle Reise in die Zukunft zu gestalten, sondern diese auf unsere individuelle Businesssituation auszurichten. Zum Schluss müssen wir uns dann wieder in die Gegenwart zurückbegeben. Nur so können wir wirkungsvoll und handlungsfähig werden.

Zukunftsreise oder Output Oriented Design: Es ist klar, wie zu handeln ist

Solche Zukunftsreisen bezeichnet man an anderen Orten auch als «Output Oriented Design» oder auch «Future Back Methode». Beide Ansätze beruhen darauf, dass man sich zuerst und hauptsächlich mit dem erwünschten Ergebnis der noch zu realisierenden Aktivitäten befasst und die auszuführenden Tätigkeiten dann aus dieser Zukunftsperspektive heraus festlegt. Die Ansätze sind sowohl auf eine sehr unmittelbare Zukunft anwendbar (wie zum Beispiel den Ausgang einer Sitzung), wie auch auf die Zukunftsausrichtung eines ganzen Unternehmens.
Wir haben Zukunftsreisen bereits prototypisch und mit eindrücklichen Ergebnissen durchgeführt. Um diese Methode weiterentwickeln zu können, brauchen wir immer wieder aufgeschlossene Unternehmen, welche sich auf eine derartige Zukunftsreise einlassen wollen.


Martin Steinmann, Inobooster und Prüfungsleiter an der Berner Fachhochschule
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Prof. Daniel Huber, Leiter Managementprogramme an der Berner Fachhochschule
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