Wurfgeschosse im Alltag

13.09.2018

Ladungssicherung ist längst kein Thema mehr, das nur Lastwagen betrifft. Speziell im Flottensektor sollte sich jeder ernsthaft mit dieser Gefahrenquelle auseinandersetzen - gerade, wer Fahrzeuge mit offenem Laderaum (Von, Kombi, Transporter) im Einsatz hat.

Im Rahmen des FutureDay der Berner Fachhochschule (BFH) in Partnerschaft mit den Berufsverbänden derAutomobilindustrie im Dynamic Test Center (DTC) in Vauffelin veranschaulichte die Bott Schweiz AG zusammen mit den Basler Versicherungen bei Crashtests, welch schwerwiegende Folgen eine mangelnde Ladungssicherung haben kann. Neben den Berufslernenden und Lehrkräften aus der Fahrzeugtechnik konnten sich Flottenmanager und -verantwortliche sowie Medienvertreter von der Wichtigkeit einer richtigen Ladungssicherung ein Bild machen. Die realitätsnahen Fahrzeugcrashes erfolgten mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 70 km/h auf ein stehendes Fahrzeug.

Unterschätzte Gefahren

Die Ladensicherung. so Daniel Mauerhofer, Vertriebsleiter bei der Bott Schweiz AG, fängt schon bei der Fahrzeugbeschaffung an. «Das Auto muss quasi um die Frage "Wofür brauche ich mein Fahrzeug?" herumgebaut werden. Eine zentrale Rolle spielt hier auch der richtige Aufbau oder die zweckmässige Fahrzeugeinrichtung.» Und dass sich diese Frage längst nicht mehr nur auf die schweren Brummis beschränkt, wird jedem klar, wenn er sich die physikalischen Gesetze zu Bewusstsein bringt. Ein achtlos in den Kofferraum geworfener Aktenkoffer erreicht im Falle einer Vollbremsung bei 50 km/h das 40-Fache seines Gewichts, wenn er erst mal Fahrt aufnimmt. Dasselbe gilt für Werkzeugkisten, Prüfgeräte, Ersatz- oder Serviceteile etc. So werden Alltagsgegenstände oder Arbeitsgeräte zum gefährlichen Geschoss, das im schlimmsten Fall über Tod und Leben entscheiden kann.

 

Die Leute sensibilisieren

Raphael Murri, Bereichsleiter Passive Sicherheit beim DTC: «Die Ladung darf sich vorschriftsgemäss beim Beschleunigen, wie es beim Fahren oder auch in Notsituationen vorkommt, nicht verschieben. Der Gesetzgeber verlangt aber keine Ladungssicherung, welche den bei einer Kollision wirkenden Kräften standhält.» Daniel Junker, Leiter Fahrzeugexperten der Basler Versicherungen: «Viele Fahrzeuglenker/- innen und Fahrzeughalter/-innen sind sich ihrer Verantwortung zu wenig bewusst. Bereits eine kleine Unachtsamkeit bei der Sicherung des Ladegutes kann bei einem Verkehrsunfall einen bedeutenden Unterschied ausmachen.»

Kleine, bedeutende Faktoren

Die Crashtests an jenem Tag des FutureDay in Vauffelin waren dazu gedacht, genau dieses Bewusstsein wachzurütteln. Gerade auch in Zeiten, wo ein gewisser Trend zu sogenannten Multifunktionsfahrzeugen (Van, Kombi, Pick-up, Kleintransporter) zu erkennen ist, die sowohl gewerblich wie auch privat genutzt werden können, erweitert sich der Kreis des Gefahrenpotenzials. Fahrzeuge mit vorbildlich gesicherter Ladung und solche, bei denen genau dieser Frage keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wurden zwar zu Schrott gefahren, machten aber deutlich, was den kleinen Unterschied ausmacht. Recht eindrücklich die Bilder, die sich da einem boten. Was ein Zurrgurt, eine Antirutschmatte, ein Schutzgitter, eine bündig verschraubte Werkzeugkiste oder eine fachgerecht montierte Fahrzeugeinrichtung ausmachen können, muss nach diesen Crashtests in der Erkenntnis gipfeln: Das ist es mir wert, das bin ich mir wert!

Quelle: about Fleet | 12. September 2018