Wenn Zeichnungen ins All fliegen

06.04.2018

Die Werke von fünf Kindern aus dem Emmental werden ab Ende Jahr an Bord eines Satelliten um die Erde kreisen. Möglich gemacht hat dies Guido Bucher. Der Physiker lehrt und forscht an der Berner Fachhochschule in Burgdorf.

Mehr als 8000 Kinder aus ganz Europa haben sich am Wettbewerb beteiligt und dabei zu Filzstiften und Malkasten gegriffen. Gezeichnet wurden Raketen, Astronauten, Planeten und Ausserirdische. Die Begeisterung war so gross, weil die Chance, sich als Dreikäsehoch an einem Weltraumprojekt zu beteiligen, einmalig ist. Die Vorstellung, dass gerade ihre Zeichnung durch das Weltall sausen wird, beflügelte die jungen Künstler. 2700 Werke der 8- bis 14-jährigen Wettbewerbsteilnehmer wurden ausgewählt.

Zu den Glücklichen gehörten auch fünf Kinder aus dem Emmental: je eines aus Burgdorf, Oberburg und Hasle sowie zwei aus Grünenmatt. Sie alle wissen, dass das Wort Cheops nichts mit dem zweiten Pharao von Ägypten, der vor 4600 Jahren lebte, zu tun hat, sondern mit einem Weltraumprojekt der Universität Bern. Vor vier Jahren erhielt die Hochschule von der Europäischen Weltraumagentur ESA grünes Licht für die industrielle Umsetzung des sogenannten Cheops-Projekts (Characterising Exoplanet Satellite). Will heissen: An Bord eines Satelliten wird ab Ende 2018 ein Weltraumteleskop in einer Höhe von 700 Kilometern die Welt umrunden und dabei Planeten ausserhalb des Sonnensystems erforschen. Der Satellit wird mit einer russischen Sojusrakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana in eine Erdumlaufbahn gebracht. Die Mission soll dreieinhalb Jahre dauern.

Radio SRF | Regionaljournal

Interview mit Guido Bucher