Weltpremiere | Grösstes E-Fahrzeug

28.02.2018

Seit Anfang Jahr steht das weltweit erste und grösste batteriebetriebene Transportfahrzeug im Steinbruch der Zementfabrik Vigier im Berner Jura im Testeinsatz

Nach zwei Jahren Entwicklungs- und Umrüstungszeit erfolgte für den Elektro-Grossdumper mit einem Gewicht von vollbeladen 110 Tonnen der spektakuläre «roll out» in Lommis TG. Für seine jährliche Zementproduktion in der Grössenordnung von 800 000 Tonnen benötigt das Werk rund 500 000 Tonnen Rohstoffe in Form von Kalk- und Mergelgestein. Um bei dem für den Gesteinstransport im täglichen Acht- Stunden-Dauerbetrieb eingesetzten Muldenkipper den enormen Treibstoffverbrauch und damit den CO2-Ausstoss zu reduzieren und die Lärmemissionen zu verringern, suchte die Ciments Vigier SA für ihr Abbaugebiet Péry BE nach Alternativen. Diese Auftragsvorgabe bildete den Anstoss für die Entwicklung eines elektrisch betriebenen Grossdumpers durch die Baumaschinenfirma Kuhn Schweiz AG als Importeur der Erdbewegungsmaschinen Komatsu und den Batteriespezialisten Lithium Storage GmbH aus Illnau ZH.

Fahrender Generator im Steinbruch

Mit der Weltneuheit des grössten elektrisch angetriebenen Fahrzeugs konnte durch Schweizer Erfindergeist die E-Mobilität auf ein neues Level gebracht werden. Der im thurgauischen Lommis mit einem Elektroantrieb ausgerüstete Muldenkipper des Typs Komatsu 605 ersetzt nun im Steinbruch einen baugleichen Grossdumper mit Diesel-Antrieb. Nach der Ausrüstung des Fahrzeugchassis mit einer neukonstruierten Stahl-/Gummi-Kippmulde steht der E-Dumper seit Anfang Jahr im Testeinsatz. Der neuentwickelte E-Dumper in seinem neuen grünen Design soll unter rauhesten Bedingungen voll beladen Steigungen von bis zu 15 Prozent meistern können. Auf der Talfahrt laden sich die grössten je in ein Fahrzeug eingebauten Batterien von 700 kWh wieder auf – der Muldenkipper wird dadurch zum Energie-Plus-Fahrzeug. Der so erwirtschaftete Überschuss bei den vorgesehenen 20 Fahrten täglich wird auf 200 kWh geschätzt und auf bis zu 77 MWh Strom pro Jahr beziffert. Dieser kann vom Betreiber ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden und führt so zu einem Nettogewinn. Dazu tragen auch die geringeren Wartungskosten für Elektromotoren und Batterien bei.

ganzer Artikel | Schweizer Bauwirtschaft

weitere Informationen

Prof. Dr. Andrea Vezzini

Leitung des BFH-CSEM-Zentrums Energiespeicherung
Professor für Industrieelektronik
T +41 32 321 63 72

E-Mail