Wärmepumpe fürs Badezimmer

07.06.2018

Drei Fachhochschulen und die Berner Firma Swissframe haben eine dezentrale Anlage zur Produktion von Warmwasser im Badezimmer entwickelt. Sie nutzt die Restwärme der Wohnungslüftung als Energiequelle für eine Mini-Wärmepumpe und eignet sich besonders für Sanierungen.

In neueren Schweizer Mehrfamilienhäusern ist es Standard, dass das Warmwasser zentral aufbereitet wird und über ein Verteilnetz in die Wohnungen gelangt. Das führt zu hohen Wärme- und Energieverlusten, die oft mehr als die Hälfte des Warmwasserverbrauchs betragen. Je höher das Gebäude, desto grösser die Ineffizienz. Alternativ dazu heizt ein Elektroboiler das Warmwasser in jeder Wohnung auf. Dieses dezentrale System versorgt unzählige ältere Gebäude. Mittel- bis langfristig müssen diese Stromfresser ersetzt werden. Die Umstellung auf eine zentrale Anlage hat die erwähnten Verluste zur Folge, der nachträgliche Einbau von Warmwasserleitungen ist zudem sehr teuer.

System nutzt Luft als Wärmequelle

Im Rahmen eines KTI-Projekts wurde eine energieeffiziente Lösung entwickelt, die sich auch für Neubauten eignet: eine fertige Vorwandeinheit, welche die gesamte Badezimmertechnik enthält und mit sehr wenig Energie auskommt. Herstellerin ist die Swissframe AG in Münchenbuchsee. Zusammen mit dem Labor für Photovoltaiksysteme der Berner Fachhochschule (BFH), dem Institut für Solartechnik der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) und dem Institut für Energiesysteme der NTB Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (NTB) hat Swissframe-Geschäftsführer Balz Hegg ein System entwickelt, das die Fortluft der Wohnungslüftung als Wärmequelle nutzt und zur Erhitzung des Warmwasserspeichers eine hocheffiziente kleine Wärmepumpe einsetzt.

ganzer Artikel | KTI-Tätigkeitsbericht 2017


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