Grundstein für vielfältige Karrieren

06.09.2017

Studiengang: Wo sich in der Arbeitswelt Technik, Informatik und Wirtschaft verzahnen, braucht es Fachkräfte mit Überblick. Die BFH bietet dazu in Biel den neuen Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an. Ein Einblick in dieses schweizweit einzigartige Studium.

Wenn Mitte September rund 370 Studierende an der Berner Fachhochschule (BFH) in Biel das Herbstsemester in Angriff nehmen, ist eine Pionierklasse darunter. Mehr als 25 Leute beginnen einen Lehrgang, der in seiner Ausgestaltung schweizweit einzigartig ist: ein Bachelor of Science in Wirtschaftsingenieurwesen mit Fokus auf Digitalisierung und Industrie 4.0. Der Name Wirtschaftsingenieur sei zwar altbekannt, so Studiengangleiter Stefan Groesser, auch er habe sich als junger Mann schon zum Wirtschaftsingenieur in Deutschland ausbilden lassen. Der Fokus des in Biel nun erstmals beginnenden Studiums ist das Neue, der Fokus auf die Digitalisierung der Wirtschaft und der Industrie und damit einhergehende neue Technologien, Wertschöpfungsnetzwerke und Geschäftsmodelle.

Chancen und Risiken abschätzen

Groesser möchte an der Schnittstelle von Technik, Informatik und Wirtschaft junge Menschen für eine Arbeitswelt fit machen, in welcher ständig fortschreitende technologische Entwicklungen die Unternehmen vor Herausforderungen und Fragen stellen: Müssen wir mitmachen oder uns schützen? Wie können wir die Möglichkeiten nutzen oder gar Trends antizipieren? «An der Digitalisierung der Wirtschaft kommt keine Branche vorbei», ist Professor Grösser überzeugt und verweist auf Apps und Buchungsplattformen, die längst unseren Alltag prägen und weiter im Vormarsch sind. Allerdings gehe es nicht um Digitalisierung um jeden Preis, sondern vielmehr darum, über ein Bewusstsein für die Thematik zu verfügen, um Chancen und Risiken abschätzen zu können. Daran mangle es noch in vielen traditionell wirtschaftenden Unternehmen. Deshalb möchte Stefan Groesser zusammen mit seinem Team nun gezielt zukünftige Fach- und Führungskräfte ausbilden, die Überblick mitbringen. Ein wichtiger Punkt in Zeiten laufend zunehmender Spezialisierung in fast allen Berufsgruppen. «Es braucht Leute, die über den Tellerrand blicken», so Groesser. Er nimmt einen Stift und macht Skizzen. Wichtig sei ihm vor allem, Silo denken zu vermeiden. Er zieht eine Elipse um den oberen Bereich der drei aufgezeichneten Säulen, die für die Bereiche Wirtschaft, Technik und Informatik stehen. Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure verstünden es, Inventionen der Technik und Informatik mit unternehmerischem Denken zu verbinden und zum Erfolg zu führen.

ganzer Artikel von Janosch Szabo | Bieler Tagblatt, 06.09. 2017

BSc Wirtschaftsingenieurwesen