Fussball + BFH = D(St)ream-Team?

20.06.2018

Zwei Mannschaften, zwei Goals, ein Ball und fertig - das war einmal! Heutzutage gehören zum Fussball auch Daten, Kameras, Sensoren. Selbst im Ball steckt manchmal ein Chip.

Spieler mit Sensor

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein ganz normaler Fussball-Match: Die beiden Teams kämpfen um den Ball, der Trainer ruft vom Spielfeldrand Kommandos. Doch als die Spieler ihre Trikots ausziehen, ist da noch etwas: Jeder trägt eine kleine schwarze Weste, an der per Klettverschluss ein viereckiger Sensor befestigt ist. Das Schweizer U16-Nationalteam trainiert hier gerade nicht nur fürs nächste Turnier, sondern sammelt auch Daten für die «StreamTeam» heisst das System, an dem Informatiker und Sportwissenschaftler der Universität Basel zusammen mit der Berner Fachhochschule tüfteln. Mehrmals pro Sekunde funkt der kleine Sensor den Standort seines Trägers an einen Emp­fänger am Spielfeldrand. Selbst den Ball wird man in Zukunft auf diese Weise überwachen können: Auch in ihm lässt sich ein kleiner Funk-Chip verstecken. Die Daten werden in Echtzeit auf einen «Server»-Computer übertragen. Dieser starke Rechner analysiert sie. Das Er­gebnis landet auf dem Tablet des Trainers.

Hält die Dreierkette?

Mit dem Bildschirm in der Hand lässt sich zum Beispiel millimetergenau erkennen, ob es eine Abseits-Situation gibt. Später kann man die gesammelten Daten auswerten. «So sieht der Trainer, ob zum Beispiel das Pressing gut funkti­oniert, ob die Dreier-Abwehrkette hält, oder ob doch eine Viererkette besser wäre», verrät Sportinformatiker Philipp Seidenschwarz, der mit an «Stream­Team» arbeitet. Das Besondere an diesem System ist: Hier tragen die Spieler die Sensoren. Man muss also keine Kameras installieren, um das Spielgeschehen zu analy­ sieren. Neu ist die Schweizer Software, die die Daten auswertet. Pro­fessor Heiko Schuldt, der das Projekt leitet, erklärt: «Wir arbeiten daran, die Auswertung der Sensordaten weiter zu verbessern. Dann wird man auch neue taktische Elemente entdecken können.»

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