eMove360° - Innovationspreis

25.10.2017

Dank der erfolgreichen Zusammenarbeit der Berner Fachhochschule, der Mining AG sowie des Bundesamest für Energie BFE konnte der eMove360° - Innovationspreis gewonnen werden. Der Sieger war das grösste Elektro – Pneufahrzeug, ausgerüstet mit dem Batterie-Know-how der BFH.

Die eMining AG baut konventionell angetriebene Maschinen für den Bergbau auf Elektroantrieb um und vertreibt diese weltweit. Mit eMining AG können Kunden das Ziel in Richtung „carbon free mining“ realisieren.
Am 16. Oktober 2017 wurden die Gewinner des begehrten Innovationspreises anlässlich einer feierlichen Galaveranstaltung in München im Beisein von prominenten Botschaftern, dem Schauspieler, Autor und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke, der TV-Journalistin und Autorin Nina Ruge, der Schauspielerin Nadeschda Brennicke sowie Sänger und Entertainer Tobey Wilson vergeben. Die eMining AG gewinnt den eMove360° Award in der Kategorie Elektrofahrzeuge vor den Mitfinalisten AtTrack, TUMcreate und Volkswagen.

Erste Bestellungen treffen ein

Der erste 110 Tonnen eDumper wurde von der Ciments Vigier SA bestellt. Der in den vergangenen 18 Monaten konzipierte und soeben die ersten Testfahrten absolvierende Elektromuldenkipper aus der Schweiz sorgt dabei für gleich drei Weltrekorde. Der eDumper ist das grösste und stärkste batteriebetriebene Elektro-Pneufahrzeug überhaupt. Dazu wurde ihm die grösste je für ein Elektrofahrzeug hergestellte Batterie eingebaut. Noch nie hat zudem ein einzelnes Fahrzeug eine derart grosse Menge an CO2 einsparen können. Ferner produziert es im Betrieb CO2 freien Strom, da die Kalk- und Mergelgesteine vom höher gelegenen Abbaugebiet in die tiefergelegene Verarbeitungsanlage transportiert werden. Im Gegensatz zum Dieselmotorbetrieb muss der E-Dumper nie betankt werden, die Batterien werden bei vollbeladener Talfahrt mittels Rekuperation der Bremsenergie geladen. Treffen alle Berechnungen zu, wird der Dumper von eMining in den Arbeitspausen sogar Strom an das lokale Stromnetz abgeben können. Aus 20 Fahrten pro Schicht resultiert täglich ein Überschuss von 200kWh.

Beteiligung der BFH

Das Unternehmen eMining AG stellte sich zusammen mit einem Team von innovativen Köpfen, motivierten Technikern, Ingenieuren, Professoren und mit der Unterstützung des Bundesamts für Energie (BFE) der grossen Herausforderung, die Ciments Vigier S.A. vorgelegt hat. Die grössten Herausforderungen bestanden in der Beschaffung der relevanten Daten und die Bereitzustellung der identischen oder überlegenen Antriebsleistungen wie bei einem Dieselfahrzeug. Die Wahl des geeigneten Speichertyps und dem Zusammenbau der Zellen zu mehreren betriebssicheren Batterien sowie die Konstruktion eines geeigneten Motors, der sowohl die maximale Geschwindigkeit von bis zu 40 Km/h als auch die enormen Kräfte bei einer Bergfahrt mit 110 Tonnen Gewicht und 12 Prozent Steigung meistern kann. Die dafür benötigten Komponenten erbringen diese enorme Gesamtleistung. Sowohl Motor (Fa. Oswald Motoren GmbH), Getriebe (Puls Getriebe GmbH), Batterien (Lithium Storage GmbH) und Inverter (Aradex AG) sind allesamt Neuanfertigungen auf der Basis industrieller Produkte der neuesten Generation. Sie wurden im September/Oktober 2017 in das leere Chassis des KOMATSU HD 605-7 eingebaut. Die Hydropumpen für Lamellen - Bremsanlage, Kippantrieb, Servounterstützung, Vorspannung der Hilfsbremsanlage werden von einem weiteren Elektromotor mit 200 KW Leistung aus dem Berner Oberland (Brienzer Motoren AG) angetrieben. Der 700kWh grosse Stromspeicher, bestehend aus 4 Blöcken, findet seinen Platz im Motorenraum und anstelle des Dieseltankes.

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Kontakt

Dr. Andrea Vezzini
Leiter des BFH-CSEM-Zentrums Energiespeicherung
Professor für Industrieelektronik
T +41 32 321 63 72

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