Eine Referenz | Weiterbildung BFH

16.11.2017

Ralf Zumbrunn, MAS in Information Technology, nahm sich eine berufliche Auszeit und wollte aber während dieser Auszeit den «Kopf nicht vernachlässigen». Er nutze die Auszeit um sich neues Wissen anzueignen und entschied sich zuerst für ein DAS-Studiengang in der IT. Schlussendlich blieb es nicht beim DAS-Studiengang. Ralf Zumbrunn absolvierte 6 CAS und verfasste eine Master Thesis. Im 2016 durfte er sein Diplom MAS Information Technology entgegennehmen.

Warum haben Sie sich für dieses Studium entschieden?

Direkt nach meinem Abschluss des Ingenieurstudiums im Bereich der Elektrotechnik habe ich mit einem damaligen Studienfreund eine Firma für Softwareentwicklung gegründet. Nach mehr als 17 Jahren als Unternehmer plante ich Ende 2012, mir eine einjährige berufliche Auszeit zu nehmen. Meine Lebensgefährtin empfahl mir, meinen Kopf nicht zu vernachlässigen und ihn auch in der beruflichen Auszeit mit neuem Wissen zu füttern. Auf der Suche nach interessanter Kopfnahrung, stiess ich auf das umfangreiche Weiterbildungsangebot der Berner Fachhochschule und schrieb mich für einen DAS-Studiengang in der IT ein. Ich hatte damals kein konkretes Fachgebiet, was ich unbedingt studieren wollte. Das Dreier-Ticket in Form eines Diploma of Advanced Studies DAS (DAS = 3 CAS) schien mir dafür aber optimal. Es war preislich interessant und in den nächsten 2,5 Jahren «ab zu studieren», was ich für realistisch hielt.

Was gefiel Ihnen besonders gut an diesem Studium?

Die Möglichkeit, die CAS-Module nach seinen eigenen Wünschen zusammenstellen zu können, vergleichbar mit einer Menükarte im Restaurant, überzeugte mich sehr. Während meines Studiums (ursprünglich war nur ein DAS angedacht, schlussendlich waren es dann 6 CAS und eine Master Thesis) trat ein weiterer Vorteil dieser Modularisierung zu Tage; die laufende Neumischung der Kursteilnehmenden in jedem CAS Modul. So erhielt man die Möglichkeit, während des Studiums sich mit sehr vielen Studierenden auszutauschen, die aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen oder Funktionen der IT kamen, die die unterschiedlichsten Werdegänge und/oder Interessen hatten. Dieser Austausch mit den Mitstudierenden und die daraus entstandenen neuen Bekanntschaften und Freundschaften sehe ich als eines der grossen «Highlights» meiner Studienzeit.

Ralf Zumbrunn
MAS lnformation Technology mit Vertiefung in Enterprise Application Development
Senior Software Ingenieur | weroSoft AG

Wie sah der Studienalltag aus?

Ich war in einer sehr vorteilhaften Situation im Vergleich zu meinen Mitstudierenden. Ich verfügte über viel mehr Freizeit als sie und konnte deshalb mein Studium auch in vollen Zügen geniessen. Ich konnte es mir erlauben, ausserhalb meines Studiums mehrere Stunden in beliebige Technologien zu investieren oder verschiedenste Übungen auszuprobieren, die vielleicht nur marginal mit der eigentlichen Weiterbildung zu tun hatten, ohne dass z.B. meine Familienzeit darunter litt. Meine Mitstudierenden waren zum Teil junge Väter oder sehr beruflich engagiert – sie konnten sich diesen Luxus zeitlich einfach nicht leisten… Mein Rat an alle zukünftigen Studierenden: studieren benötigt Zeit, das ist sicher allen bereits klar. Aber mit Freude und stressfrei studieren zu können, benötigt noch viel mehr Zeit. Das sollte man unbedingt berücksichtigen, wenn man sich für eine Weiterbildung entscheidet. Die Freude am Studieren wirkte sich bei mir auch sehr positiv auf meine Studienleistungen aus.

Wie war der Praxisbezug / Praxistransfer der Weiterbildung?

Das ist ein schwieriges Thema, was sich nicht allgemein beantworten lässt. Meine Motivation für das Studium war die Verbreiterung meiner Wissensbasis im Bereich der Softwareentwicklung; Programmiersprachen und Technologie übergreifend. Ich wollte mir so ein neues Fundament schaffen, auf dem ich in den kommenden Jahren meinen Wissenszugewinn aufbauen kann. Mein Fokus lag vor allem auf den Bereichen der Softwareentwicklung, die ich in meinem beruflichen Alltag bis dato, nicht oder nur wenig eingesetzt hatte. Am Ende meines Studiums kann ich sagen, dass ich mein Ziel mehr als erreicht habe. Meiner Meinung nach, muss auch genau das, das Ziel eines Weiterbildungsangebots einer Fachhochschule sein und sich so von privaten Anbietern abheben.

Was machen Sie heute beruflich? Inwiefern können Sie von Ihrem Studium profitieren?

Ich habe meine Leidenschaft für die Softwareentwicklung wiederentdeckt und bin heute Senior Entwickler in einer kleinen Software Entwicklungsfirma in Ostermundigen. Bereits während des Studiums hatte ich ein Mandat als Berufsfachlehrer im Nebenamt für die Informatiklehrlinge im Kanton Fribourg übernommen, was ich auch weiterhin ausüben werden. In Folge dieser neuen Tätigkeit geht meine Geschichte der Weiterbildung nach 7 Semestern an der BFH weiter, nur dieses Mal nicht mehr im Bereich der IT sondern im Bereich der Didaktik am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB.

Welchen Tipp haben Sie für Interessierte, welche dieses Studium in Betracht ziehen?

Empfehlung 1: Planen!

  • Plant euer persönliches Weiterbildungsmenü. Genau wie im Restaurant fängt man auch nicht mit dem Dessert an, um am Schluss den Salat zu essen. Die Reihenfolge macht den Unterschied! Das ist bei einem Studium auch nicht anders. Ich persönlich habe mit dem CAS Software Development begonnen, trotz meiner 17 Jahre Berufserfahrung als Entwickler und ich habe es nie bereut. Es war ein guter Einstieg in meine Weiterbildung (z.B. wieder selbst 8 Stunden einem Dozenten zuhören) und zusätzlich habe ich noch sehr viel Neues gelernt und mein bestehendes Wissen aufgefrischt.
  • Plant genug Studienzeit ein, damit ihr euer Studium richtig geniessen könnt. Auch ein wenig Studentenleben sollte erlaubt sein, dafür empfehle in den Gang auf die Dachterrasse Wankdorfstrasse 102.

Empfehlung 2: Seid offen!

  • Seid offen für Neues, für neue Fachbereiche, für neue Denkweisen, für neue Unterrichtsmethoden, für neue Begegnungen, für neue Menschen
  • Studiert was euch interessiert! Natürlich ist es toll, wenn der Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligt, aber schlussendlich investiert ihr selbst, den mit Abstand grössten Betrag in die Weiterbildung -eure freie Zeit!

Empfehlung 3: Seid aktiv!

  • Seid aktive Studierende, stellt Fragen, hackt nach, bringt eure Sichtweisen in den Unterricht ein. Alles das bereichert den Unterricht und macht ihn schlussendlich einmalig.
  • Und ja, die Semesterarbeiten sind wirklich zeitaufwändig, jedoch sind sie es auch, die euer gelerntes Wissen erstmals festigen und anwendbar machen. Und sie können auch richtig Spass machen!

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