Drohnen - die Wölfe im Schafspelz

17.04.2018

2015 scheuchte ein Quadrocopter die Security Forces auf, weil er vor dem Weissen Haus in Washington abstürzte, und anfangs 2017 holten Sicherheitskräfte in Davos Drohnen vom Himmel, die trotz Flugverbot munter das World Economic Forum überflogen. Für solche Fälle verfügt die Berner Fachhochschule BFH-TI über ein effizientes Gegenmittel.

Die Bewohner der Lagunenstadt waren geschockt, als im Sommer 1849 Feldmarschall Radetzky - da er vom Festland aus die Inseln nicht beschiessen konnte - Bomben tragende, heissluftgefüllte Papierballons auf «La Serenissima» werfen liess. Als einer davon Murano traf, kapitulierten die Venezianer. Der Erfinder dieser Ballons, Franz Freiherr von Uchatius, würde sich heute die Augen reiben, wenn er wüsste, dass der Nachfahre seines Papierballons 2014 an die 450000-mal über den Ladentisch ging. Man munkelt von 127 Mrd. US $ Umsatz mit den unbemannten ferngesteuerten Luftfahrzeugen. Einer der Marktführer ist China.

Fluch und Segen

Drohnen scheinen Multitalente zu sein, erreichen über 2000 Höhenmeter, lassen sich einfach steuern, erzielen spektakuläre Aufnahmen ganz nah am Motiv, übertreffen punkto Flexibilität jedes bemannte Flugobjekt. Hochwillkommen bei Naturkatastro phen, lokalisieren sie Opfer schnell und effizient, bringen Leidenden rasch Essen, Wasser und Arzneimittel. Beim Taifun «Haiyan« auf den Philippinen brachten sie 2013 medizinische Versorgung, drangen nach dem Erdbeben 2016 in Nepal selbst in abgelegene, schwer zugängliche Gebiete vor, erreichten im Dezember 2016 in Aleppo die Bewohner des Bezirks Saif al-Dawla, den letzten Ort unter terroristischer Hand, und erschlossen dank UNICEF 2017 in Malawi den ersten permanenten Drohnenkorridor Afrikas, wo sie Blutproben und Impfstoffe verschickten. Doch diese unbemannten Luftfahrzeuge können auch eine direkte Bedrohung für unsere Städte, Flughäfen und AKWs darstellen. In Gefängnissen nutzen üble Zeitgenossen die Drohnen für den Schmuggel von Drogen, Mobiltelefonen und Waffenteilen.

Die Experten am i-REX sind auf Draht

Wie man sicherheitskritische Infrastrukturen vor sich ständig ändernder Bedrohung im Hightech-Zeitalter schützt, besonders vor Drohnen, die mit UHD-Kameras (Ultra High Definition) und intelligenter Flugunterstützung ausgerüstet sind, fällt in die Domäne der Wissenschaftler am i-REX, dem Institut für Risiko- und Extremwertanalyse der Berner Fachhochschule BFH-TI. In einem Projekt, unterstützt von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) und der Stiftung Inventus Bern, kooperierten sie mit der Comlab AG. Gemeinsam entwickelten sie einen Algorithmus, der UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und LTE (Long Term Evolution) sowie gängige Drohnen-Kommunikationssignale in widriger Umgebung ermittelt und damit Drohnen, die in bösartiger Absicht unterwegs sind, aktiv abwehrt. Die Firma ist auf professionelle Lösungen in Hochfrequenztechnologie spezialisiert und war schon erfolgreich mit von der Partie bei der Entwicklung eines Systems, das in Gefängnisse eingeschmuggelte Handys detektiert und lokalisiert.