«Alle kennen mich»

03.09.2018

Bei Manuela Da Costa Sol läuft an der Berner Fachhochschule in Biel alles zusammen – zu Kaffee und Pausenschwatz nämlich. Die Cafeteria im Hauptgebäude an der Quellgasse 21 betreibt sie mit viel Freude und braucht dabei täglich fünf Sprachen.

Manuela Da Costa, seit zehn Jahren sind Sie die Frau, die die Cafeteria schmeisst. Was gehört da alles dazu?

Manuela Da Costa: Ich stehe früh auf und bin immer die Erste hier. So gegen 5.45 Uhr geht es los mit den Vorbereitungen für den ersten Ansturm am Morgen. Ich backe Gipfeli, streiche Sandwichs, stelle Süssigkeiten und Gebäck bereit. Um 7.30 Uhr muss alles parat sein, dann kommendie ersten Studenten und Dozenten. Ich stehe dann vor alleman der Kasse und lasse Kaffees raus. Der Rest ist Selbstbedienung.

Und dann?

Das geht so weiter bis nachmittags um 17 Uhr – immer in Wellen, wenn Pausen sind. Dazwischen mache ich Bestellungen, putze und organisiere Apéros. Manchmal sind Besprechungen gleich hier an den Tischen, andere Male kommen die Apéro- Gäste nach einerKonferenz in der Aula zu Weisswein und Orangensaft zu mir. In der Regel gibt es Chips und sowas dazu. Aber ich bereite auf Wunsch und Bestellung auch andere Häppchen zu. Ich mache, was ich kann, dafür bin ich ja da.

Was gefällt Ihnen besonders an diesem Job?

Der Kontakt mit den Leuten. Alle kennen mich, spätestens ab der dritten oder vierten Woche auch die jeweils im Herbst beginnenden neuen Studenten. Die Cafeteria ist der Treffpunkt schlechthin. Manche kommen drei Jahre lang täglich und sagen nur «hallo, äs Kafi bitte, merci, ä schöne Tag». Aber es gibt auch einige, mitdenen ich,wennich grad Zeit habe, mehr als ein paar Worte wechsle, die mir aus ihrem Leben erzählen, oder etwas von ihrem Studium.

Wissen Sie also Bescheid, was in den Räumen dieses Hauses so alles läuft?

Das weniger, zumindest nicht im Detail. Ich habe wenig Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, was in den Klassenzimmern vor sich geht. Über dies muss es schnell gehen in den Pausen, um alle bedienen zu können. Aber ich weiss, was die Studenten mir sagen und ich freue mich zu sehen, wie sie sich während dem Studium entwickeln und von den Projekten erzählen, an denen sie arbeiten und wo sie später arbeiten.

Wie unterhalten Sie sich mit den Leuten?

Nebst meiner Muttersprache Portugiesisch kann ich auch noch Spanisch, Italienisch, Französisch und Deutsch. Alle fünf Sprachen brauche ich jeden Tag. Es gibt hier nebst Deutschschweizern und Romands immer auch ein paar Tessiner Studenten und Leute, die Spanisch oder Portugiesisch können.

Ganzes Interview | Bieler Tagblatt | 31. August 2018