Bologna

Die Bologna Reform beschäftigt sich mit dem Ziel, einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen. 46 Staaten in Europa beteiligen sich aktuell an diesem Prozess.

1999 wurden in Bologna folgende Punkte in der Erklärung festgehalten:

  • Das neue System soll zu leichter verständlichen und international vergleichbaren Abschlüssen führen. Zu jedem Abschluss wird ein Diploma Supplement (Diplomzusatz) abgegeben, das den absolvierten Studiengang sowie den Abschluss nach einheitlichen Kriterien detailliert erläutert.
  • Die Studiengänge gliedern sich in drei Stufen (Zwei an Fachhochschulen):
    Bachelor/Master/Doktorat (PhD).
    Von denen der Bachelor im Allgemeinen drei und der Master eineinhalb bis zwei Jahre in Anspruch nimmt.
  • Ein Credit-System (ECTS) wird eingeführt, mit welchem die Studienleistungen von Studierenden einheitlich gemessen werden. 1 ECTS-Credit entspricht einer Arbeitsleistung eines Studenten von 30 Stunden.
  • Die Studiengänge sind vollständig modularisiert. Ein Modul fasst eine oder mehrere Lehrveranstaltungen mit einem Lernziel zusammen. Diese Modularisierung vereinfacht den Austausch und Wechsel zwischen Hochschulen, da sich die Leistungen eines Studierenden schnell überschauen und anrechnen lassen. Um einen Bachelor Studiengang abzuschliessen braucht es üblicherweise 180 Credits, bei einem Master Studiengang 90 Credits (konsekutiver Master an einer FH) resp. 120 Credits (konsekutiver Master an einer Uni/ETH).
    Der Studierende wird mit dem Transcript of Records (Notenauszug) periodisch über seinen aktuellen Studienstand informiert. Der Transcript of Records hält die Module, in die sich der Studierende eingeschrieben hat, inkl. Noten und ECTS-Credits fest.
  • Die Mobilität wird gefördert und Hindernisse betreffend der Freizügigkeit werden beseitigt. Modularisierung, Diploma Supplement, ECTS-Credit-System und Transcript of Records unterstützen Internationalisierung und Mobilität. An der letzten Konferenz der 46 an Bologna beteiligten Staaten wurde als Ziel festgelegt, dass bis 2020 mindestens 20% der Hochschulabsolventen im Rahmen ihres Studiums einen Austausch oder ein Praktikum im Ausland absolviert haben sollten.
  • Europäische Zusammenarbeit in der Qualitätssicherung und Evaluation wird gefördert.
  • Die Attraktivität des europäischen Hochschulraums soll gefördert werden. Die Studenten sollen von einem breiten und transparenten Studienangebot in Europa mit reibungslosen Anerkennungsverfahren profitieren können. Auch der europäische Forschungsraum soll stärker mit dem Hochschulraum verknüpft werden.

Das Lifelong Learning Programme ist ein weiteres essentielles Element in der Strategie der EU zum europäischen Hochschulraum, an der sich auch die Schweiz beteiligt. Unter anderem läuft unter seinem Namen das Austauschprogramm ERASMUS (European Region Action Scheme for the Mobility of University Students).
Das alles führt dazu, dass das vorhandene Wissen besser verbreitet, ausgetauscht und ausgeschöpft werden kann. Die ehemals so unterschiedlich gestaltete europäische Hochschullandschaft soll so harmonischer werden und eine einheitliche Struktur bekommen.

Quellen und weitere Informationen:
Bologna wikipedia.org
Deutsches Bundesministerium für Forschung und Bildung
European Commission - Bologna
European Commission - Lifelong Learning Programme