Elektromobilität

03.01.2018

Der grüne Kraftprotz und sein schweres Herz: Das grösste Elektrofahrzeug der Welt steht kurz vor dem Realtest. Entscheidend mitgewirkt an dem aussergewöhnlichen Gefährt hat auch die Berner Fachhochschule. Ihr Forschungsgebiet: das Herzstück des elektrischen Muldenkippers, die Batterie.

Was Shrek in der Welt des Animationsfilms ist, das ist der eDumper in der Welt der Bergbaumaschinen: Ein grünes Monster sondergleichen. Während das Zweibeinige der beiden anfangs des 21. Jahrhundert erstmals für Aufsehen sorgte und den Normalos gegenüberstand, macht aktuell der Riesenmuldenkipper, der Anfang Januar in Péry eintreffen soll, Schlagzeilen. Das hat nicht in erster Linie mit seinem Äusseren zu tun, sondern mit dem, was in ihm drinnen steckt. Statt eines Diesel-fressenden und viel CO2-produzierenden Motors, wie ihn seine brummenden Artgenossen haben, ist dort ein Quartett von Batteriepaketen nie gesehener Grösse im Rahmen eines Elektrofahrzeugs eingebaut. Einen wesentlichen Beitrag zur Auswahl der richtigen Batterien hat dabei die Berner Fachhochschule geleistet mit dem BFH-CSEM-Zentrum Energiespeicherung unter der Leitung von Professor Andrea Vezzini in Nidau.

Bremsenergie nutzen

Alejandro Santis ist dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter engagiert und der Mann mit dem Überblick und Einblick in die verschiedenen Beiträge der Berner Fachhochschule. Zunächst, erzählt er, sei es darum gegangen, die wichtigsten Kennzahlen jenes Typs Muldenkipper zu erfassen, in den die Industriepartner Lithium Storage GmbH und Kuhn Schweiz AG im Auftrag der Firma Cimentis Vigier SA einen Elektroantrieb einbauen sollten. Ein Team rund um Peter Affolter, Professor für Fahrzeugelektrik und -elektronik, machte sich dazu anfangs dieses Jahres bei Vigier vor Ort ans Werk und bestückte ein bestehendes dieselbetriebenes Fahrzeug mit Drehmoment- und Drehzahlmessgeräten, GPS, Druck- und Neigungssensoren. Dann schickte es den Dumper auf die Piste, leer rauf, beladen runter. Alejandro Santis sagt: «Die Motivation des Projektes ist es, ein Fahrzeug zu entwickeln, welches bei der Talfahrt mit 110 Tonnen mehr Energie produziert, als es bei der Bergfahrt mit 45 Tonnen verbraucht.» Vereinfacht erklärt: Durch Rückgewinnung der Bremsenergie werden die Batterien aufgeladen.

ganzer Artikel | Bieler Tagblatt vom 20.12.2017

Prof. Dr. Andrea Vezzini

Leitung des BFH-CSEM-Zentrums Energiespeicherung
Professor für Industrieelektronik
T +41 32 321 63 72

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