Ein flinkes Teilchen

15.03.2018

Das für seine Dreiräder bekannte Schweizer Unternehmen Kyburz trumpft mit einem kleinen Boliden auf, der Fans des winterlichen Driftens in Erstaunen versetzen und erfreuen wird.

«Temperament ist keine Frage der Temperatur.» Das Motto der TCS-Strecke von Les Diablerets VD stimmt uns unmissverständlich auf unseren Test des Kyburz eRod auf Schnee ein: Dies kann nur ein Tag voller Spass werden. Aus gutem Grund, denn das puristische Konzept und das geringe Gewicht (etwa 600 kg) rücken das neue Fahrzeug der Zürcher Firma, die seit 1991 in Freienstein ZH angesiedelt ist, durch Martin Kyburz gegründet wurde und sich auf die Herstellung von Dreiradfahrzeugen spezialisiert hat, in die Nähe des Lotus Seven. Allein, mit dem Unterschied, dass sein 100 % elektrischer Antrieb Fahrleistungen ermöglicht, die noch spektakulärer sind. ABS, Servolenkung und elektronische Helfer? Der Kyburz eRod kennt diese Dinge ebenso wenig wie eine Sitzheizung, ein Radio oder ein Infotainment-System. Selbst eine Windschutzscheibe wird erst im geplanten Zubehörpaket verfügbar sein, das durch Karosserieanbauten wie Kotflügel oder diverse Windabweiser Abhilfe schaffen soll.

Von der Theorie zur Praxis

Der 2014 von zwei Studenten der BFH (Fachhochschule Bern) im Rahmen einer Bachelorarbeit entwickelte eRod beruht auf einem 90 kg schweren Stahl-Chassis und einer Doppelquerlenker-Aufhängung vorne und hinten. Kyburz war von dem Projekt begeistert und übernahm das anschliessende Feintuning. Das Fahrzeug wurde mit einem bis zu 15 kW/20 PS zugelassenen Elektromotor ausgestattet, der in der Leistungsspitze 45 kW/61 PS abgibt. Der Motor wird von einer 19.2 kWh starken Batterie (96V, 200 Ah) mit 22 Zellen gespiesen, die rund 190 kg wiegt. Nach dem Start von 0 auf 80 km/h in fünf Sekunden sorgt das Drehmoment von 140 Nm dafür, dass das Fahrzeug konstant bis zur Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h beschleunigt. Diese eher bescheidenen Werte sind gewollt. Man setzt auf ein einfaches Konzept anstatt auf hohe Kilowattwerte, denn der eRod wurde konzipiert, um als motorangetriebenes Vierradfahrzeug homologiert zu werden und er wird als Motorrad zugelassen. Die 2016 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellte Endversion wird als Bausatz (37 500 Franken) oder komplett montiert (42 500 Franken) angeboten. Angeboten wird auch die eigene Montage im Werk im Rahmen eines einwöchigen Kurses mit Unterstützung von Technikern (39 500 Franken). Gemäss Aussage des Herstellers wurde diese Option von den rund 30 Käufern seit dem Verkaufsstart Anfang 2017 am häufigsten gewählt.

ganzer Artikel | Automobilrevue 09/2018

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