Der Stromrebell 2018

25.07.2018

Der Preis des Stromrebellen ging in diesem Jahr an Syril Eberhart, ehemaliger Student der Berner Fachhochschule im Bereich Elektrotechnik und Informationstechnologie. Der heute 30-Jährige gründete im Jahr 2013 in Spiez die Energiewendegenossenschaft. Mit ihrem Selbstbaukonzept für Photovoltaikanlagen hat die Genossenschaft in der Schweiz einen kleinen Solarboom ausgelöst. In einer MSE-Projektarbeit hat Syril Eberhart den "Eberhart-Tower" erfunden. Zudem hat er das "PV on my home" auf seinem Elternhaus realisiert.

Syril Eberhart hat sich schon früh für die Energiewende engagiert. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ging ihm aber nicht schnell genug. Seine Idee: Menschen in die Lage versetzen, sich eine Photovoltaikanlage selbst aufs Dach zu setzen. Auf diese Weise können Kosten gespart werden und der Anlagenbesitzer hat einen direkten Bezug zu der Technik auf seinem Dach. Dafür arbeitete Syril sich ein und baute zunächst eine Anlage im Selbstversuch auf das Dach seines Elternhauses. Dabei machte er die Erfahrung, dass der Selbstbau alleine nur schwer möglich ist. Darum gründete er die Energiewendegenossenschaft, ganz im Sinne von Raiffeisen: „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“.

PV-Anlagen im Selbstbau

Das Konzept der Energiewendegenossenschaft: Ein Mitglied baut sich eine PV-Anlage und erhält tatkräftige Hilfe von Mitgliedern, die bereits Erfahrung im Selbstbau gemacht haben. Im Gegenzug verpflichtet sich das Mitglied seinerseits andere Mitglieder beim Anlagenbau zu unterstützen. Mit ihrer Idee ist die Genossenschaft in eine Marktlücke gestoßen. Das Interesse war und ist enorm. Sie hat inzwischen mehr als 200 Anlage installiert. Nach ihrem Vorbild sind in anderen Kantonen bereits drei weitere Genossenschaften entstanden, zwei weitere sind in Gründung.

Preisverleihung mit Überraschungen

Der Preis wurde wie immer im Rahmen des Stromseminars in Schönau verliehen. Bei der Kür beschritt man allerdings neue Wege, denn: Syril Eberhart ist zur Zeit auf einer einjährigen Weltreise zu Wasser und Land und konnte daher nicht selbst in Schönau dabei sein. Deshalb wurde er per Video live aus Panama zugeschaltet und versicherte im Gespräch mit Vorstand Sebastian Sladek, dass er nach seiner Rückkehr Ende des Jahres die Arbeit wiederaufnehmen und sich auf die Gründung weiterer Selbstbaugenossenschaften konzentrieren werde. Auch die Gründung einer Dachgenossenschaft für die Vernetzung und den Austausch von Knowhow kann er sich vorstellen. In Vertretung nahm Marlis Toneatti, die Präsidentin der Energiewendegenossenschaft, gemeinsam mit ihrer Tochter Kade den Preis in Vertretung entgegen.

Zum Originalartikel der Elektrizitätswerke Schönau (EWS), 9.Juli 2018