Alterswohnung der Zukunft

31.05.2017

Fast jeder fünfte Bewohner der Schweiz  ist bereits heute 65 oder älter. Laut  Schätzungen soll diese Zahl bis zum  Jahr 2050 auf einen Drittel steigen. Für  viele steht der Wunsch nach selbstbestimmtem  Leben bis ins ganz hohe  Alter ausser Frage. Deshalb wünschen  sich auch immer mehr Menschen eine  altersgerechte Wohnung.

Die Baubranche hat denn auch begonnen, Wohnraum für den «Silbermarkt» anzubieten.  Dabei spielen auch technische  Hilfsmittel eine Rolle, die eine Überwachung  des Gesundheitszustands der Senioren ermöglichen oder für Sicherheit  im Alltag sorgen sollen.

Gewohnheiten als Hindernis

Die Frage ist nur, wie viel mit Technik erreicht werden kann. Vielleicht führt sie auch nur zu noch mehr Einsamkeit, weil der Kontakt etwa zu Pflegepersonen oder Angehörigen in den Hintergrund tritt. Für Michael Lehmann, Professor für Medizininformatik an der Berner Fachhochschule ist klar: Technik in der Alterswohnung soll nur Ergänzung, kein Ersatz für Pflegepersonal und andere Bezugspersonen sein. Er weiss auch, warum manche Personen technische Mittel in den eigenen vier Wänden ablehnen: «Die Technik ist oft zu umständlich und verlangt von den Nutzern eine Änderung der Gewohnheiten.» Ein Beispiel sind die Armbänder, die bei Notfällen – etwa bei einem Sturz in der Wohnung – ein Alarmsignal an die Sanitätsdienste senden. Viele Menschen legen ihr Armband ab, wenn sie schlafen gehen. Stehen sie in der Nacht auf und stürzen, dann nützt das liegengebliebene Armband nichts.
An besseren, weil möglichst unauffälligen und benutzerfreundlichen Lösungen tüftelt Lehmann mit seinem Team im Living Lab der Berner Fachhochschule. Als die Ingenieure 2011 den schweizweit ersten Bachelorstudiengang in Medizininformatik lancierten, suchten sie nach Laborräumen für die praktische Ausbildung der Studierenden. Sie hatten das Glück, im ehemaligen Fabrikgebäude der Firma Rolex fündig zu werden. Das Living Lab nimmt hier inzwischen vier Etagen ein. In der ehemaligen Wohnung des Hauswarts bauen Lehmann und sein Team an der Alterswohnung der Zukunft.

Quelle: NZZ Domizil 27. Mai 2017, Seite 1 | Autorin: Leonid Leiva

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Schritte zur sicheren Alterswohnung

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