researchXchange Biel

Datum:18.05.18
Zeit:12:00 bis 12:45
Ort:Biel
Lokalität: Quellgasse 21 | Raum HG 510 

eDumper, das grösste Elektrofahrzeug der Welt!

Es ist das grösste Elektrofahrzeug der Welt: 45 Tonnen Leergewicht, 65 Tonnen Zuladung - und ein Akkupaket mit 700 kWh Speicherkapazität. Aufgrund der besonderen Betriebsbedingungen des eDumpers und der Kundenanforderungen muss die zum Einsatz kommende Batterietechnologie sicher und zuverlässig sein sowie eine möglichst hohe Energiedichte aufweisen. Zusätzlich sollte sie eine möglichst lange Lebensdauer bieten, um deren Wirtschaftlichkeit zu steigern. Ziel dieser ersten Untersuchungen war es, die beste Zellentechnologie aus Sicht der kurz- und langfristigen Performance zu identifizieren. Hierfür wurde eine Reihe experimenteller Untersuchungen mit zwei unterschiedlichen Zellentypen durchgeführt. Im Fokus stand das elektrische Verhalten der Zellen bei verschiedenen Temperaturen. Für die Charakterisierung wurde ein praxisrelevantes elektrisches Lastprofil entwickelt, welches Fahrtbedingungen in der Praxis simulierte. Die Auswirkungen dieses Lastprofils auf die Lebensdauer der Zellen wurden anhand eines langfristigen Experiments untersucht. Unter dem Gesichtspunkt der Lebensdauermaximierung sind Batteriebetriebstemperaturen von ca. 20 °C - 25 °C essentiell. Aus diesem Grund wurde im eDumper ein Thermomanagementsystem für die Batterie eingebaut, das dazu hilft, die Selbsterwärmung der Zellen während den Fahrten unter Kontrolle zu halten. Zur Auslegung des thermischen Managementsystems wurden einem Batteriepack der Konfiguration 24s2p thermische und auch elektrische Messungen unter kontrollierten Bedingungen unterzogen. Für die Auswertung wurde ein sogenannter EnergiePLUS-Faktor eingeführt, welcher den Autarkie-Grad des Fahrzeugs wiedergab. Der Einfluss zweier Luft-Kühlsystemen auf diesen EnergiePLUS-Faktor wurde ebenfalls untersucht. Die Ergebnisse halfen dabei, den Temperaturgradient entlang der Kühlungsstrecke zu quantifizieren, um das Thermomanagement-System in anderen Arbeitspaketen auszulegen.

Referent
Dr. Alejandro Santis schloss sein Chemieingenieurstudium an der TUGraz im Jahr 2009 mit Auszeichnung ab. Damals handelte seine Masterarbeit von neuartigen Dünnschichtssolarzellen. In die Schweiz kam Dr. Santis dank eines Praktikums bei der Firma Alstom, welches das Thema Modellierung von Speicherung von Wasserstoff in Form von Ammoniak behandelte. Anschliessend ging er zur ETH Zürich, wo er am Institut für Energietechnik zum Thema Katalyse von Kohlewasserstoffen für Hochtemperaturbrennstoffzellen promovierte. Dr. Santis ist seit mehr als 4 Jahren an der Berner Fachhochschule bei Prof. Vezzini am BFH-Zentrum Energiespeicherung tätig und befasst sich insbesondere mit Lithium-Ionen-Batterien für die Elektromobilität.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich für den Vortrag an. Teilnehmende, die sich bis Donnerstag 12:00 Uhr anmelden bekommen ein Sandwich und ein Getränk offeriert.