Studium

Der Bachelor in Medizininformatik wurde konzipiert, um die Studierenden im Rahmen eines Vollzeit- oder Teilzeitstudiums fundiert auf die Herausforderungen der ICT (Kommunikations- u. Informationssysteme) im Gesundheitswesen auszubilden.

Die heutige hochkomplexe und interdisziplinäre Gesundheitsinformatik verlangt nach Kompetenzen in den Bereichen Informatik, Medizin und Management. Die Berner Fachhochschule ist die erste Hochschuleinrichtung in der Schweiz, die ein solches Studium seit Herbst 2011 anbietet. Die Studierenden erlangen mit diesem Bachelorabschluss einen Professionalitätsgrad, der sie befähigt, in der Gesundheitsinformatik verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen. Zudem  öffnen sich die Türen für die weitere akademische Ausbildung in Richtung universitärem Master und Promotion.

Das ganze Studium ist aus Lerneinheiten – den sogenannten Modulen – aufgebaut. Der Studienplan legt im Detail fest, welche Module besucht werden müssen und wo Wahlfreiheit besteht. Insgesamt umfasst das Studium 180 ECTS-Credits, was einem gesamten Studienaufwand von 5400 Arbeitsstunden entspricht. Davon leisten Sie etwa die Hälfte in selbständigem Studium. Die modulare Struktur bietet Ihnen eine gewisse Flexibilität bei der zeitlichen Einteilung des Studiums und erlaubt individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.

Studium

Medizininformatikerinnen und Medizininformatiker beschäftigen sich u.a. mit der systematischen Erfassung, Aufbereitung und Verarbeitung von Daten und Informationen in der Medizin und im Gesundheitswesen. Sie unterstützen z.B. durch den Aufbau wissensbasierter Systeme wichtige Arbeitsprozesse in der medizinischen Diagnostik, Therapie oder Dokumentation. Sie entwickeln oder modellieren ebenfalls Informationssysteme für Spitäler, Notfallzentren, Apotheken und Arztpraxen und vernetzen diese Systeme nicht nur untereinander, sondern ebenfalls mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen (Versicherer, Behörden) und dem Patienten als Datenbesitzer zu sogenannten eHealth-Netzwerken. Diese Beispiele zeigen, dass neben der Informatik ein sehr gutes Verständnis für die Prozesse in der Medizin und im Gesundheitswesen vorhanden sein muss.

Drei Schwerpunktthemen bilden die Grundlage für das Bachelorstudium: medizinische Grundlagen, Informatik und Organisation/Management Themen. Die Schnittstellen zwischen diesen Schwerpunkthemen sind mit Gesundheitswesen, Prozessoptimierung und Gesundheitsinformatik gekennzeichnet.



Das Studium ist in drei Teilen aufgegliedert:

Im ersten Teil werden zunächst die Schwerpunktthemen Informatik mit Grundlagen der Informatik, Programmierung, Mathematik sowie medizinische Grundlagen mit Gesundheitswesen, der medizinische Terminologie, Dokumentation und Klassifikationen erlernt. Somit wird eine strukturelle und inhaltliche breite Basis erarbeitet für den Einstieg in die Medizininformatik. Zudem gibt es einen Einblick in die Organisation von Spitälern und Praxen. Die beiden ersten Semester werden mit Sprachkursen in Englisch und Französisch (optional) abgerundet.

Im zweiten Teil kommen dann Themen des Schwerpunktbereichs „Management und Organisation" hinzu: Managementthemen werden durch Projekte und Seminare vertieft.  Informatik und medizinische Themen verschmelzen vermehrt zur interdisziplinären „Gesundheitsinformatik“: Datenbankmanagement und die Interoperabilitätsproblematik beim elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen werden behandelt. Im Bereich Informatik werden zudem Web & Apps sowie Netzwerke (IT-Infrastruktur) gelehrt, klinische Studien und (Patienten)Pfade und Prozesse runden die medizinischen Themen ab. Gesundheitsökonomie und Rechnungslegung bringen zudem ein vertieftes Verständnis für die Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen.

Angewandte Themen der Medizininformatik wie „eHealth“, medizinische Informationssysteme, wissensbasierende Systeme, klinische Applikationen, usw. werden im letzten Teil des Studiums eingeführt. Darüber hinaus gibt es Qualitätsmanagement, Recht und Ethik im Gesundheitswesen, sowie weitere Projekte und Seminare.
Im Zentrum des letzten Semesters steht zudem die Bachelorthesis, in der im Rahmen eines ausgesuchten medizininformatischen Themas die Studierenden ihr Wissen anwenden und zu einer überzeugenden Synthese bringen müssen. Zudem können sich die Studierenden im Rahmen von Wahlpflichtfächern noch in „ihren“ favorisierten Themen vertiefen.

Aufteilung der Schwerpunktthemenbereiche nach ECTS-Punkten:




Die Themen Informatik, medizinische Grundlagen und Management/Organisation beziehen sich teilweise aufeinander und gehen thematisch in die interdisziplinäre Gesundheitsinformatik über. Nach erfolgreichem Bestehen der verlangten Module und der Abschlussarbeit erhalten sie das Zeugnis als „Bachelor of Science in Medizininformatik“.

Während des Studiums haben ausserdem die Studierenden die Möglichkeit, ihre Kenntnisse in Wirtschaft und Management zu vertiefen und dies auf dem Bachelor-Diplom ausweisen zu lassen.  
mehr...

Vollzeitstudium / Teilzeitstudium

Wenn Sie den Bachelor-Abschluss in der minimalen Zeit von 6 Semestern erreichen wollen, wählen Sie die Vollzeit-Studienform. Bei einem Teilzeitstudium können Sie das Studium auch über eine längere Zeit erstrecken, so dass Sie parallel zum Studium auch eine Berufstätigkeit ausüben können. Zwei Standardvarianten stehen zur Wahl:

Im Teilzeitstudium findet der Unterricht am Mittwoch Nachmittag (i.d.R. ab 16 Uhr), sowie ganztägig am Donnerstag und Freitag statt.

mehr zur Person
mehr zur Person