Mut für saubere Innovation

07.11.2011

Ziehen zurzeit Krane im Kanton Bern neue Gebäude für die Industrie hoch, dann entstehen oft Arbeitsplätze und Produktionsstätten für erneuerbare Energien, so in Biel, Thun und Oberburg. Und stellen sich im Kanton Bern neue Firmen wagemutig dem Markt, dann ebenfalls in diesem Bereich, ganz nach dem Vorbild von Sputnik und Meyer-Burger.

Der Fukushima-Effekt als Folge der japanischen Atomkatastrophe vom vergangenen Mai versprach Aufwind für erneuerbare Energien. Doch der Effekt ist bereits verpufft, die Nachfrage in Solartechnik am Sinken. Es braucht wieder Mut, den Weg der technologischen Zukunft konsequent zu verfolgen. Diesen Mut leben Firmen im Kanton Bern. Ein Beispiel ist die in Oberburg tätige Jenni Energietechnik. Krane ziehen hier den dritten Erweiterungsbau hoch. Damit verdoppelt Solarpionier Josef Jenni die Produktionskapazitäten für seine auch im Ausland gefragten Solarspeicher. Diese halten das über den Sommer in Sonnenkollektoren erwärmte Wasser während der kalten Wintermonate heiss. Jenni nutzt die Sonne nicht für Strom, sondern als Wärmespeicher. Dennoch gilt er als Erfinder der legendären Tour de Sol, an der über Photovoltaik gespeiste Elektrofahrzeuge wettbewerbsmässig ab 1985 während sieben Jahren durch die Schweiz kurvten und so bestens Werbung für erneuerbare Energien machten.

Nur Bonsai-Photovoltaik

Baukrane ziehen auch im Bieler Industriequartier Längfeld eine neue Produktionsstätte hoch. Die Firma Sputnik – gegründet 1991, als die Perestroika noch eine nachhaltige Perspektive versprach – produziert SolarMax-Wechselrichter, die den Gleichstrom der Solarzelle in den Wechselstrom fürs Stromnetz umwandeln. Ende 2012 wird der Bau fertig sein. Die heute 360 Mitarbeitenden brauchen mehr Platz. «In den letzten fünf Jahren haben wir unseren Mitarbeiterstab verfünffacht und unsere Produktion verzehnfacht », bilanziert Firmengründer Christoph von Bergen. Sputnik ist weltweit die Nummer 4 im Bereich der Wechselrichter. Ihre Chancen wären der Qualität wegen weitaus grösser, doch die Deutsche SMA, die Nummer 1, war zehn Jahre früher auf dem Markt und vor allem Deutschland fördert Solarenergie konsequent. «In der Schweiz läuft fast gar nichts, nur Bonsai-Photovoltaik im Vergleich zu Deutschland », bilanzierte von Bergen unlängst in der «Berner Zeitung».

Ganzer Artikel erschienen am 25. Oktober 2011

www.hitech.bfh.ch