Das Wirtschaftswachstum verschiebt sich in die Schwellenländer. Diese neuen Märkte sind auch für Schweizer Unternehmen verlockend. Den Chancen des grossen Marktpotentials stehen dabei oft Risiken gegenüber, denen Unternehmen in den klassischen Exportmärkten weniger ausgesetzt sind. Um Chancen und Risiken eines Markteintritts optimal zu prüfen, wurde am Managementzentrum der Berner Fachhochschule die Markteintrittsanalysemethode Fit2Globalize™ entwickelt. Diese Methode systematisiert die Analyse vor dem Eintritt in ausländische Märkte. Anhand von Fragen bezüglich der Attraktivität eines Export-marktes und der Bereitschaft eines Unternehmens für das internationale Geschäft werden die Chancen und Gefahren eines Markteintritts sowie die Stärken und Schwächen des Un-ternehmens aufgezeigt.
Die Chancen für Schweizer Exporteure in den Schwellenländern sind gross. Die Exporte in die BRIC-Länder werden jährlich um voraussichtlich 11% bis 19% ansteigen. Damit dürften sich die Ausfuhren in die BRIC-Staaten innert sieben Jahren beinahe verdreifachen. Extrapoliert man diese Entwicklungen bis 2030, erreichen die BRIC-Länder einen Anteil von beinahe 45% an den Schweizer Exporten. Zwar dürfte im Jahr 2030 immer noch rund ein Viertel der Schweizer Ausfuhren nach Westeuropa fliessen, im Vergleich zum heutigen Anteil von knapp 65% wäre dies allerdings ein markanter Rückgang.
Neben den Chancen in den neuen Märkten gilt es aber auch, mögliche Stolpersteine zu prüfen, die bei einem Markteintritt in Schwellenländer zu Problemen führen könnten, wie Rechtssicherheit, Bürokratie oder mangelhaft ausgebaute Logistik sowie die fehlende interne Bereitschaft für das Geschäft mit Schwellenländern. Es ist wichtig, mögliche Risiken rechtzeitig zu erkennen, um darauf vorbereitet zu sein und richtig reagieren zu können.
Ganzer Artikel erschienen im "Swissexport Journal" 1. Quartal 2012